Welches Kompostsystem passt, hängt vor allem von der Gartengrösse (und manchmal auch von der Nachbarschaft) ab. Falls erlaubt und möglich, richtet man gleich einen ganzen Kompostplatz ein, idealerweise wind- und regengeschützt und leicht beschattet von Hasel und Holunderbüschen.
Der Boden unter dem Kompost muss unversiegelt sein, beim Aufsetzen wird er leicht gelockert. Als unterste Schicht dient eine Drainage aus grobem Material wie Holzhäckseln oder zerkleinerten Ästen (ca. 15 cm). So kann überschüssige Flüssigkeit gut ablaufen. Darauf aufbauend folgt das Kompostmaterial, immer gut gemischt und zerkleinert. Mittig soll eine Schaufel alter Kompost (oder Gartenerde) zugegeben werden, dies initiiert die Zersetzung. Dann leicht angiessen, abdecken. Wichtig: Die Oberfläche bleibt flach, es soll kein Hügel entstehen. Die Feuchtigkeit des Komposts sollte immer dem Zustand eines ausgedrückten Schwamms entsprechen. Bei akuter Trockenheit muss der Kompost darum gewässert werden.
Der Kompost-Klassiker ist das dreistufige System: Drei Behälter stehen nebeneinander. In den ersten kommt frisches Material. Ist er voll – oder spätestens nach einem Jahr – wird alles in den zweiten Behälter umgesetzt. Dabei kommt das, was unten war, nach oben, und das, was aussen war, nach innen. So wird der Kompost gut durchmischt und belüftet. Dies beschleunigt die Rotte deutlich. Da der Kompost nach unten offen ist und Bodenkontakt hat, beginnt die Umwandlung von unten nach oben. Nach zwei bis sechs Monaten ist der Kompost im zweiten Behälter meist halbreif – perfekt zum Mulchen unter Bäumen, Sträuchern oder für starkzehrende Pflanzen wie Kürbisse.
Im dritten Behälter schlussendlich lagert man den feinen, reifen Kompost für die Gemüsebeete. Vor dem Ausbringen im Frühjahr wird jeweils gesiebt. Und für einmal ist Durchfallen hier positiv: Was durchfällt, ist nämlich fertig und darf auf die Beete! Der Rest kommt zurück auf den Kompost.
Grundsätzlich gilt: Je öfter du deinen Kompost umsetzt, desto schneller und besser wird er ausreifen. Ideal wäre ein Rhythmus von etwa drei Monaten. Aber ja, ich weiss ich weiss… Jede/r mache es so, wie es halt möglich ist (* und **). Beim Umsetzen lohnt sich dann ein genauer Blick: bei zu viel Nässe muss man Holzschnitzel oder anderes grobes Material zugeben, bei zu viel Trockenheit muss man giessen.
Je nach Jahreszeit dauert der ganze Prozess somit sechs bis zwölf Monate. Im Winter dauert es länger, im Frühjahr geht es oft schneller. Damit der Kompost nicht austrocknet oder Nährstoffe ausgewaschen werden, wird er abgedeckt. Besonders toll finde ich dafür das Kompost-Vlies aus Schafwollfilz (hergestellt in der Schweiz, aus einer Zusammenarbeit von Andermatt Biogarten und geschützten Werkstätten).
Auf den Kompost gehört grundsätzlich alles, was organisch ist: Küchenabfälle, Kaffeesatz, Rasenschnitt (angewelkt), Schnittgut, Eierschalen, Eierkarton, Haushaltspapier, Haare, Mist, Obstreste und Gartenabfälle. Wichtig ist, grössere Stücke vorab zu zerkleinern. Als Schnippel-Mass kann hier die eigene Handfläche dienen. Alles was kleiner ist, passt. Unkraut soll möglichst vor der Samenreife kompostiert, oder aber vor der Kompostierung angetrocknet werden – nur Thermokomposter an vollsonnigem Standort hygienisieren die Rotte teilweise!
Nicht auf den Kompost gehören Fleisch, Fisch, gekochte Speisen (ziehen ungebetene Gäste an), Hunde- und Katzenkot, Katzenstreu, Staubsaugerbeutel, Asche, Holzkohle und Speiseöle.
Und nun Ohren auf! Es folgt die einzige Kompostregel, welche wirklich entscheidend ist: Stickstoffreiches Material (N) wie Küchenabfälle, Rasenschnitt, Gejätetes soll in einem ausgewogenen Verhältnis zu kohlenstoffreichem Material (C) wie Strauchschnitt, Staudenstängel, Stroh, Holzhäcksel stehen. Darum empfehle ich auch, bei vielen Küchenabfällen (= viel N) eher einen Wurmkomposter zu verwenden.
Du hast bis hier gelesen? Schön, das freut mich :-). Für dich also nomol die take home message: ((N + C + N + C) / Destruenten) * Zeit = Gartengold. Darum Mixe N und C in ausgewogenem Verhältnis. Beginnt dein Kompost zu stinken, machst du etwas falsch. Es findet Fäulnis statt Verrottung statt. Dein Kompost lechzt dann nach mehr (Zu)WENDUNG und nach Kohlenstoff.
Voilà. Und nun gehe und füge zusammen was zusammenkommen möchte! (Und verzeihe mir die Wortspiele.)
* Aber eimol im Johr muesch imfal!
**Und wenn de Huufe sichtbar zämegsackt isch, muesch au!