Es trete vor, wer im Winter nicht schon mindestens einmal die trockene Heizungsluft, den reibenden Schal oder die kuschlige Wollmütze verflucht hat. Als ob die trockene Haut und die nicht-mehr so edle Blässe nicht reichen würden. Nein, nein, auch Haare müssen wir den Göttern im Winter als Opfergabe lassen. Der Winter fordert unsere Haare heraus wie keine andere Jahreszeit. Strapazen ohne Ende und damit leider eine nicht enden wollende Serie von «Bad Hair Days». 

Was lässt sich dagegen unternehmen? Wie unterstützen wir unser Haar im Winter am besten? Und vor Allem: was davon finden wir in der kalten Jahreszeit im Garten?

Studien beweisen, dass uns im Winter im Schnitt am meisten Haare ausfallen: Verliert ein Mensch normalerweise zwischen 50-100 Haaren am Tag, kann dieser Wert in der kalten Jahreszeit auf bis zu 150 ansteigen.

Während wir die mechanischen und klimatisch bedingten Haarschäden nicht gross beeinflussen können, können wir uns sehr wohl darauf achten, was wir dem Körper an Nährendem und Stärkendem zuführen. Denn die Gesundheit unserer Kopfhaut und unserer Haare ist zu grossen Teilen auch von unserer Ernährung abhängig. Die Bewältigung der Kälte verlangt unserem Körper viel Energie ab. Unsere Winterkost ist heutzutage jedoch meist verarmt an Vitaminen und Nährstoffen. Wir essen in aller Regel also viel im Winter, ernähren uns unter dem Strich aber oftmals schlecht.

Die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe für unser Haar sind der B-Vitamin-Komplex (8 Vitamine, darunter Biotin B7), Vitamin A, D und E, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Eisen und Aminosäuren. Auch Vitamin C ist für unsere Haargesundheit sehr wichtig. Es unterstützt, indem es die Durchblutung der Kopfhaut erhöht und vor Allem auch die Aufnahme von Eisen verbessert, was essenziell für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel ist.

Gut, Vitamin D kann der winterliche Garten nur in Form von klarem, sonnigen Winterwetter bieten. Es sei denn, er liegt am Meer und es lassen sich vom Beet aus Makrelen angeln. In diesem Fall wäre dann auch grad noch für Omega-3-Fettsäuren gesorgt. Durch eigens produzierte Freilandeier kämen dann noch die Aminosäuren und Zink dazu.

Nein, der Garten liegt nicht am Meer? Die Platzverhältnisse lassen keine Hühnerhaltung zu?

Nun gut, dann gehen wir weiter zu…. Kohl! Kohl, das urgesunde Wintergemüse, mögen hierzulande viele nicht mehr in rauen Mengen konsumieren. Kohl ist quasi die Chimäre unter den Gemüsefamilien, ein vielgestaltiger Alleskönner und das ideale Wintergemüse: Die festen grossen Köpfe lassen sich gut lagern. Zu Sauerkraut verarbeitet, hält er sich über den gesamten Winter. Manche Kohlsorten kann man problemlos bis in den Dezember hinein beernten, andere trotzen selbst frostigsten Minustemperaturen. Folgerichtig dufteten frühere winterliche Stuben darum auch oftmals nach Kohl in allen Varianten. Was, neben unliebsamen Fürzen, eben vor Allem auch eine reichliche Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen garantierte. Kohlsorten enthalten Vitamin C, K, A und verschiedene B-Vitamine, sowie die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen.

Wer jedoch Kohldampf auf winterlich Nährendes hat, dabei aber Kohldampf vermeiden möchte, dem/der seien der Nüsslisalat, die Petersilie oder auch Brennnesseln ans Herz gelegt.

Nüsslisalat enthält Vitamin C, A und K, verschiedene Vitamine des B-Komplexes und ist zudem reich an weiteren Nährstoffen wie Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor und Zink. Petersilie liefert Vitamin C, Vitamin K, Beta-Carotin (Vitamin A-Vorstufe) und Folsäure sowie die Vitamine B1, B2, B6. Dazu kommen die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Eisen und Kalzium. Brennnesseln toppen dies noch indem sie zusätzlich Silizium und Phosphor enthalten, sowie wichtige Vitamine, darunter besonders viel Vitamin C (mehr als Orangen) und Vitamin A, aber auch B-Vitamine (B1, B2, B3, Folsäure) und Vitamin E. Bei einigermassen milden Wintern oder an geschützten Lagen wachsen diese beiden Kräuter ganzjährig und bieten dabei haargenau was unser Winterhaar an Nährendem benötigt.