Blumen krönen jeden Gemüsegarten. Nebst praktischen Aspekten wie dem Anlocken von Bestäubern, dem Verarbeiten der getrockneten Blüten zu Teemischungen oder dem Fernhalten von Schadorganismen dienen sie vor allem auch ästhetischen Zwecken – als farbige Grüsse innerhalb des Gartens oder zu Blumensträussen gebunden ausserhalb des Gartens, erfreuen sie die Gärtnernden mit ihrer Schönheit oder ihrem Duft. 

So auch in unserem Gemeinschaftsgarten. Unseren Garten betritt man nämlich über einige Treppenstufen. Entlang dieser Stufen wachsen Lavendel, Salbei und Rosmarin; oberhalb der Treppe sind die Mediterranen flankiert von einer grossen Beinwellstaude. Diese Pflanzung ist beabsichtigt, sie soll Gartengäste direkt aus dem Leben neben dem Garten abholen und sie mittels Duft, Klang und Farbe schnell in der erdigen Gartenwelt ankommen lassen. Rosmarin, Salbei und vor Allem der Lavendel duften betörend im Sommer. Beinwell und Lavendel sind zudem wahre Wildbienenmagnete. Wer im Sommer in unseren Garten kommt, durchläuft also als erstes – umschwirrt von unzähligen Bestäuber:innen – eine summende Wolke aus Sommertreiben.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist der Lavendel verblüht und die überdauernden Insekten haben sich grösstenteils in ihre Winterquartiere zurückgezogen. Als Erinnerung an den Sommer bleiben mir jedoch einige Gläser voller lilafarbener, wohlriechender Lavendelblüten. Der Duft dieser Blüten ist nicht zu vergleichen mit dem Duft resp. Geschmack von industriell gefertigten Lavendel-Produkten. Er ist stark, rein und gar nicht süsslich-kitschig. Biolavendel, regional und fair produziert, aufgeladen mit viel enthusiastischer Gartenfaszination – da muss sich doch etwas Sinnvolles daraus machen lassen? Natürlich, kleine Lavendelkissen für den Schrank und für unters Kopfkissen sind ein Muss. Aber vielleicht lässt sich zusätzlich ein Accessoire herstellen, welches sich als duftend beruhigendes Element einfach mittragen lässt?
Jaja, ihr vermutet es schon. Klar ist das möglich! Ansonsten erübrigte sich ja dieser Artikel. Ich präsentiere also: das Lavendelscrunchie!

Scrunchies, das sind diese Haargummis, die ihr vielleicht noch aus den Neunzigern/ frühen 2000ern kennt. Die stoffigen, faltigen Dinger am Handgelenk aller Mädchen und jungen resp. junggebliebenen Frauen. Scrunchies sind die Haaraccessoires die, einmal in die Haare gewickelt, jeden Dutt voluminöser erscheinen lassen, jeden langweiligen Pferdeschwanz zum Statement mutieren lassen und die wir alle spätestens 2005 mit gerümpfter Nase unauffällig im Abfall haben verschwinden lassen. So peino!

Nun, sie sind zurück. Nicht alleine, nein, die ganze 90er-Gang findet sich ja aktuell wieder in den Strassen – zur wohlwollenden Belustigung oder wahlweise ungläubigem Staunen derer, die zu erster Stunde schon mal dabei waren. Scrunchies sind meiner Meinung nach jedoch wirklich sehr nützliche Teile, ihr Comeback feiere also auch ich. Sie tragen sich angenehm, lassen sich ultraleicht wieder aus den Haaren entfernen und schädigen die Haare beim Zusammennehmen nicht, da sie eine weiche, breite Auflagefläche haben und über keine störenden Metallteile verfügen. Anleitungen zur Herstellung von Scrunchies finden sich im Internet zuhauf, ich werde das deshalb hier nicht nochmals reproduzieren. Nur zwei kleine Tipps: Erstens sollte der verwendete Stoff weich aber nicht zu dünn sein und zweitens lautet mein für gut befundenes Mass des Stoffes 10 auf 50 cm. Man suche sich nun also einen schönen Stoff, befolge eine passende Anleitung (beispielsweise Tutorial auf YouTube), nähe das Scrunchie nach Vorgabe und dann, kurz vor Vollendung, kommt der Lavendelkniff ins Spiel! Bevor man nämlich die nach dem maschinellen Nähen noch verbleibende Öffnung des Haargummis zunäht, füllt man mit einem Teelöffel einige Portionen Lavendel ins Innere des Scrunchies. Dosierung bleibt jedem/jeder selbst überlassen, Überdosieren würde ich allerdings eher nicht – Angehörige und olfaktorisch heikle Zugnachbarn freuts.

Et voilà, fertig ist die Instant Beruhigung am Handgelenk. Sogar auf duftende Shampoos mit schädlichen Inhaltsstoffen kann so verzichtet werden, das Lavendelscrunchie verleiht jedem Haar eine feinduftende Erinnerung an den letzten Sommer.